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ity-Logistik
--- Der Niedergang der Bahn im Güterverkehr ist der im Laufe der Jahre
ständig gewachsenen Abhängigkeit vom Automobil zuzuschreiben und dem
Versäumnis, dieser Entwicklung gegenzusteuern. Noch vor dem zweiten
Weltkrieg gab es Güternah- und Regionalverkehr auf der Schiene. Die
Gewerbegebiete in den Städten hatten ihren Bahnanschluß, der ausgiebig
genutzt wurde. Erst die Weiterverteilung erfolgte dann auf der Straße.
Die Reduktion der Bedeutung der Schiene ging einher mit dem Ausbau des
Straßenverkehrs und dem Bau immer größerer LKW, die sich bis in die
Städte hinein quälen. Der Straßen- und Städtebau wurde dem LKW
angepaßt. [1]
eute ist der
Lieferverkehr eine große Last der Städte geworden. Supermarktketten
und Kaufhäuser werden von LKWs von den Hauptlagern aus angefahren.
Viele Bäckereien backen nicht mehr selber sondern erhalten ihre
Backwaren von Großproduzenten. Und so gibt es noch viele Beispiele wie
diese, die unser urbanes Leben belasten. City-Logistik ist das
Schlagwort für ein Konzept, das in den letzten Jahren nicht nur von
Umweltschützern und Stadtplanern diskutiert wird, sondern in
Feldversuchen bereits erprobt worden ist. Solche Planungen haben die
Entlastung der Innenstädte zum Ziel, die im Lieferverkehr zu ersticken
drohen. Statt die Einzelhandelsgeschäfte mit dem dicken Laster
anzufahren, laufen die Lieferanten Güterverteilzentren an. Hier werden
die Waren zwischengelagert und Verpackungsmaterialien entsorgt. Die
zwischengelagerten Waren werden dann in kleineren Fahrzeugen
weiterverteilt. Das Lastendreirad kann das letzte Glied in der
Verteilkette bilden. Es ist flexibel und kann bei Bedarf auch außerhalb
üblicher Lieferzeiten eingesetzt werden, um etwa Fehlbestände im
Warensortiment aufzufüllen. [2]
ei konsequenter
Integration von City-Logistik sollte jeder Verkehr einer Stadt auf
Verlagerungs- und Vermeidungspotentiale untersucht werden und das
umfaßt den Postpaketdienst bis hin zur Müllabfuhr. Kurierdienste
Gerade die verstopften Straßen in unseren Innenstädten geben den
Fahrradboten gute Einsatzbereiche für ihre Dienstleistungen. Flink und
wendig huschen die Kuriere zwischen sich stauenden Autos hindurch und
auch schon mal über eine rote Ampel. Aber die Gepäckkapazität, die
sie so transportieren können, ist relativ klein. Hier springen die
mehrspurigen Pedalfahrzeuge ein. In Teilen der Kölner Innenstadt testet
United Parcel Service (UPS) Zustellung und Abholung von Paketen.
Zusammen mit der Kölner Stadtverwaltung wurde ein Pilotprojekt
initiiert, das der Verkehrsentlastung dienen soll. Die erteilte
Sondernutzungserlaubnis ermöglicht die Expresszustellung per
Lastendreirad in der Altstadt und um den Kölner Dom. Damit wird ein
Kleintransporter ersetzt, der bisher diese Aufgabe in den frühen
Morgenstunden wahrnahm. Wenn der größte private Paketzusteller mit
solch einem positiven Beispiel vorangeht, sollte diese ökologische
Initiative, die zugleich ökonomisch sinnvoll ist, auch in anderen
Städten Schule machen. Handwerker Die Vielfalt der heute auf dem Markt
erhältlichen Lastendreiräder bietet für viele Handwerker preiswerte
und streßfreie Transportmöglichkeiten, die allerdings noch lange nicht
erkannt worden sind. Im großstädtischen Einsatz kommen Elektriker,
Installateure (wenn sie nicht gerade eine Badewanne anliefern müssen)
oder Schreiner ohne Parkplatzsuchverkehr oder in Fußgängerzonen
schnell und wendig zu ihren Kunden. Bei genauer Analyse ihrer
Kundenstruktur und entsprechender Logistik erlaubt der Einsatz von
Lastenrädern eine Reduktion der Fahrzeugkosten.
onstruktionsarten
moderner Lastendrei- und -vierräder Das Feld der Lastendrei- und
-vierräder ist mittlerweile recht groß geworden. Für eine Übersicht
und die Beurteilung der auf dem Fahrradmarkt erhältlichen Lastendrei-
und Lastenvierräder ist eine Klasseneinteilung nach der
Konstruktionsweise hilfreich. Bestimmte Bauweisen haben sich dabei schon
seit Jahrzehnten bewährt, während in letzter Zeit alternative Konzepte
hinzugekommen sind, die Enthusiasten gerne als die Zukunft des
pedalgetriebenen Lastentransportes bezeichnen.
adefläche hinten ---
Wenn wir die Position der Ladefläche als ein Hauptmerkmal betrachten,
lassen sich die Fahrzeuge in zwei Klassen einteilen. Bei Anordung der
Ladefläche hinter dem Fahrer gibt es das Handikap, daß sich der
breitere Teil nicht im Blickfeld des Nutzers befindet. Bei mangelnder
Feinfühligkeit ist hier eine längere Eingewöhnungsphase mit
konzentrierter Beachtung der Fahrweise bei Engstellen nötig, um nicht
Poller oder parkende Autos zu tuschieren oder gar andere Radfahrer und
Fußgänger bei Überholmanövern zu gefährden.
ntrieb hinten --- Zur
feineren Unterscheidung lassen sich die Fahrzeuge mit der Ladeflächen
hinter dem Nutzer in diejenigen einteilen, mit dem Antrieb auf das oder
die Vorderräder und diejenigen mit Hinterradantrieb. Die
konventionelleren Konstruktionen weisen eine herkömmliche Sitzposition
mit einem Sattel auf. Gelenkt wird das einzelne Vorderrad, während in
der Regel die beiden Hinterräder angetrieben werden. Die
ausgefalleneren Konzepte sind auf der Basis von Liegerädern. Sowohl das
BROX als auch das Pickup besitzen vier Räder mit Achsschenkellenkung
der beiden Vorderräder und zwei angetriebene Hinterräder.
oker Pick Up --- Schon
vor etwa 13 Jahren baute Rainer Müller aus Buus bei Basel sein erstes
Dreirad aus alten Veloteilen mit einem starren Rahmen und der
Ladefläche hinter dem Fahrer. Nach der ersten Probefahrt störten ihn
die unangenehmen Einflüsse von schlechten Fahrbahnoberflächen
(Stichwort Schlaglochsuchgerät) und das ungünstige Kurvenverhalten.
Die Anregungen zur Lösung bot dann ein französiches Dreirad namens
Chariotcycle. Es hatte ein Gelenk mit Feder zwischen Vorder- und
Hinterbau. Nach diesem Zusammentreffen legte zwischen 1990 und 1993
Rainers Firma, Mechanik und Fahrradbau Müller, die ersten Serienmodelle
des Lastendreirades Joker auf. Mittlerweile baut die mechanische
Werkstatt des Veloladen CO13 in Basel den Joker PickUp, eine kompaktere
Version der Urmodelle. Ein MTB-Damenrahmen bildet den Vorderteil des
Lastendreirades und ein Stahlleichtprofilrahmen (Schutzgasschweißung)
bildet den Hinterbau als Basis für verschiedene Aufbauten. Das Gelenk
zwischen Ladefläche und Vorderteil erlaubt es, sich in die Kurve zu
legen und Bodenwellen oder andere Unebenheiten bügeln sich nahezu von
selbst aus, da sich das Fahrzeug dem Straßenprofil anpasst. Im
Vergleich zu den ersten Fahrzeugen wurden die weiteren Serienprodukte
von Müller dank der Erfahrungen der ersten Kunden und Tester soweit
optimiert, daß dieses City-Transportfahrrad nur noch ein Gewicht von 28
Kilogramm aufweist. Dabei ist die Ladefläche mit 81cm Länge und 61cm
Breite ausreichend dimensioniert, um auch sperrige Dinge aufzunehmen und
so gestaltet, daß Kunststoffnormbehälter verschiedener Abmessungen
aufgenommen werden können. Die Zuladung liegt bei ca. 80 kg. Bei einer
Gesamtlänge von 221 cm ist der Joker PickUp nur unwesentlich länger
als ein herkömmliches Fahrrad. Generell wird eines der beiden
Hinterräder angetrieben. Auf Wunsch ist jedoch auch ein Differential
erhältlich. Trommelbremsen an den Hinterrädern und eine
Cantileverbremse vorne sorgen für gute Verzögerung.
ashley Loadstar --- Der
britische Traditionshersteller Pashley produziert seit über 60 Jahren
Fahrräder und hat eine breite Palette von Lastenfahrrädern im
Programm. Der Großvater des amtierenden Geschäftsführers Tim Pashley
gründete die Firma in den 20iger Jahren dieses Jahrhunderts in
Birmingham, als der Markt für Transportfahrräder noch größer war.
Seit den Gründerzeiten hatten sich Pashleys auf diese Fahrradklasse
spezialisiert. Pashleyfahrräder gehören zum Straßenbild, da viele
Tausend in jedem Jahr durch die britische Post genutzt werden. Die
Lastenfahrzeuge werden in Stratford Upon Avon produziert. Industrielle
Großkunden sind zum Beispiel Ford, BP, Britisch Gas, Thames Water und
ICI. Neben der britischen Post als Hauptabnehmer werden von Pashley auch
andere Regierungsinstitutionen wie das Verteidigungsministerium, der
Nationale Gesundheitsservice und die Polizei mit Lastenfahrrädern
beliefert. Kennzeichen aller Pashley-Lastenräder ist deren robuster und
traditioneller Rahmenbau und infolge dessen deren Langlebigkeit. Das
Loadstar weist nicht mit einem Feature wie die Gelenkbauweise des Joker
auf, vielmehr ist es so stabil ausgelegt, daß Zuladungen bis zu 200 kg
möglich sind. Mit einer solchen Last kommt man erst gar nicht in die
Versuchung, schnell zu fahren. Die Maße der Ladefläche sind 76 cm mal
71 cm.
topia Muli --- Der Name
des Transportdreirades der Saarbrücker Fahrradmanufaktur scheint die
unverwüstliche Einsetzbarkeit anzudeuten. Der Rahmen gewährleistet
einen relativ niedrigeren Einstieg. Das dicke ovale Hauptrohr wird von
zwei dünneren Rohren gekreuzt, die bis nach hinten zur Ladefläche
laufen. Zusammen mit den Sattelrohren gibt dies einen sehr stabilen
Rohrverband. Neben der hinteren Ladefläche befindet sich vorne ein
stabiler Korb, abnehmbar angebracht am Rahmen über dem Vorderrad, wie
er auch für Postfahrräder typisch ist. Verzögert werden die auf dem
Muli transportierten Massen durch eine Hydraulikbremse am Vorderrad und
durch eine Rücktrittbremse der Dreigangnabe. Valdenaire
CS 19 --- Das
Lastendreirad der französichen Firma Valdenaire fällt vor allem durch
seine niedrige Ladefläche auf. Der Grundrahmen der Ladefläche befindet
sich etwa 10 Zentimeter über dem Boden. Die Radaufnahme befindet sich
etwa weitere 10 Zentimeter über der Ladefläche, und wird mittels je
zweier bügelförmiger Rohre erreicht. Aus Stabilitätsgründen wird die
Radaufnahme durch zwei weitere, zum vorderen Ende der Ladefläche nach
oben laufende Rohre abgestützt. Gerade bei besonders schweren Lasten,
z.B. eine Waschmaschine, wünscht man sich eine niedrige Ladefläche, um
die Last nicht erst über eine hoch liegende Ladekante hieven zu
müssen.
ick Up --- Mit dem Pick
Up von der Seat of the Pants Company werden neue Pfade beschritten.
Wesentlich beteiligt an der Entwicklung dieses Vierrades war der
Liegeradenthusiast Mike Burrows, der in der Szene bekannt ist durch sein
Liegedreirad Windcheetah (das ebenfalls von Seat of the Pants vertrieben
wird) und durch die Monocoque-Zeitfahrmaschine von Chris Boardman. Schon
bei der Windcheetah war Burrows bevorzugtes Material Aluminium. Dies
wird auch beim Pickup verwendet und ermöglicht es, das Leergewicht auf
nur 18 kg (Grundversion ohne Boxen und Zusatzausstattung) zu drücken,
soviel, wie mancher normale Drahtesel wiegt. Inwieweit für ein
Lastenrad allerdings Leichtbau erforderlich ist, hängt von den
Einsatzbereichen ab. Durch die komfortable Sitzhaltung wird der
Schwertransport mit diesem Fahrzeug zum Vergnügen, was man im
allgemeinen bei solchen Aufgaben nicht erwartet. Eine der Beladung
angemessene Verzögerung erlauben die vier Scheibenbremsen, je zwei von
einem Bremshebel in Aktion gebracht. Die Ladefläche besteht aus einem
stabilen Rohrverbund, mit variablen Aufbaumöglichkeiten. Als pure
Ladefläche, mit einsetzbaren vier Boxen, mit einer Wanne oder mit
Tuchbespannung oder mit einer Kindersitzreihe und zwei Boxen.
rox --- Das andere
vierrädrige Transportfahrzeug stammt ebenfalls aus Großbritannien. Rob
Brock war der Initiator für diese Entwicklung, die etwas
internationaler als das Pickup auftritt, insofern der Entwurf für die
Karosserie der Ladebox von Marek Utkin aus Polen stammt, ein Enthusiast
der dortigen Liegeradszene. Wie der Joker weist auch das BROX ein Gelenk
auf, das unter der Bezeichnung Terrain Following System propagiert wird.
In allen Fahrsituationen wird der Bodenkontakt der Räder
gewährleistet. Damit ist sogar die Treppenabfahrt möglich, wie es Rob
Brock gerne demonstriert. Waren die ersten Modellen an allen vier
Rädern noch mit Trommelbremsen ausgerüstet, so werden jetzt nur noch
Sachs-Scheibenbremsen verbaut. Eine weitere sinnvolle Spezialität ist
ein Leerlauf in der 3 x 7-Schaltung, der das Schalten im Stand erlaubt.
Dies ist angesichts der möglchen Zuladung von bis zu 250 Kg absolute
Notwendigkeit. So kann an der Ampel etwa die Kettenschaltung im Stand
auf einen günstigen Anfahrgang heruntergeschaltet werden, damit die
Kniescheiben nicht überfordert werden. Variable Aufbauten sind wichtig
für ein Einsatz in unterschiedlichsten Nutzungsbereichen, ob Personen-
oder Lastentransport. Die Hauptzielgruppe sieht Rob Brock bei
Lieferfirmen.
ntrieb vorne --- Flevo
Trike --- Mit einem anderen ungewöhnlichen Fahrzeugkonzept wartet das
Flevo Trike aus Dronten im Flevoland (NL) auf. Hier wird das einzelne
Vorderrad angetrieben und gelenkt. Die Art und Weise, wie man dieses
Dreirad steuert, wird auch Knicklenkung genannt. Im Prinzip lenkt der
Nutzer das Fahrzeug durch Verlagerung des Unterkörpers. Ab
Schrittgeschwindigkeit reicht es aus, die Beine leicht gegen den
Oberkörper nach rechts oder links zu neigen, um in die gewünschte
Richtung zu gelangen. Dabei kann ohne Bedenken stetig weiterpedaliert
werden. Sicher ist diese Art der Lenkung gewöhnungsbedürftig. Auch
weist ein Vorderradantrieb keine Bergtauglichkeit auf. Dafür beschert
diese Konstruktion jedoch eine ungeahnte Wendigkeit, die speziell für
ein Lastentrike von nicht zu unterschätzendem Vorteil ist. Darüber
hinaus benötigt ein Vorderradantrieb nur eine kurze Kette. Außerdem
schafft er im Verein mit den anderen Konstruktionsdetails
(aerodynamisch, kurzer Radstand, Federung) eine sehr bequeme
Sitzposition. Hinter dem Fahrer sind fast beliebig große Gepäckboxen
unterzubringen. Für die niederländische Post wurde zum Beispiel eine
Studie gebaut, die leicht abgewandelt nun von Fahrradkurieren in
Amsterdam und anderen großen Zentren der Niederlande eingesetzt werden.
Das Gepäckvolumen von bis zu 220 Litern bietet nahezu jedem
Gepäckstück ausreichenden Stauraum. Aufgrund der Vierkantbauweise des
Rahmens läßt sich das Flevo Trike effizient und daher preiswert
produzieren.
adefläche
vorne --- Die andere große Gruppe von Lastendreirädern hat die
Ladefläche vor dem Fahrer, also gut im Blickfeld und ist je nach
Lenkgeometrie mehr oder weniger gut manövrierbar. Alle diese Fahrzeuge
werden durch einen Kettentrieb auf das Hinterrad in Fahrt gebracht. Wenn
man diese Gruppe noch ein wenig weiter unterteilen möchte, so am
sinnvollsten in die Fahrzeuge, die die gesamte Ladefläche mitschwenken,
also eine Drehschemellenkung aufweisen und die Fahrzeuge, die eine fest
stehende Ladefläche besitzen, also Achsschenkellenkung nutzen.
rehschemellenkung ---
Christiania --- Das bereits über zwanzig Jahre alte Gemeinwesen
mit dem Namen Christiania in Kopenhagen hat dieses Lastendreirad
hervorgebracht. Mittlerweile wird dieses Fahrzeug nicht nur für den
heimischen dänischen Markt produziert, sondern vor allem auch für den
Export. Die Hauptabnehmer sitzten dabei in den Niederlanden und in
Deutschland. [3]
Aufgrund des großen wirtschaftlichen Erfolges nach der ersten
Präsentation auf der IFMA 1990 wurde die Produktion aus dem Freistaat
Christiania mittlerweile verlegt. Nun werden die Lastendreiräder auf
Bornholm produziert. Die Entwicklung von Lars Engstrom aus dem Jahr 1984
basierte auf dem schon seit 1977 produzierten Fahrradanhänger, mit dem
Christiania die ersten geschäftlichen Erfolge aufzuweisen hatte. Die
Anforderungen, die das autofreie Gemeinwesen an die Kostruktionen
stellte, boten die idealen Praxistests, aus denen heraus die
Schwachpunkte beseitigt und Bedienungskomfort erhöht werden konnte. Das
Christiania ist als Kurvenleger ausgelegt, indem die Lenkachse unter der
Ladefläche um 9,5 Grad nach vorne gekippt ist. Damit neigt sich der
Fahrer samt Heckteil leicht in die Kurve. Für stabiles Stand- und
Parkverhalten hat das Christiania keinen Nachlauf und damit das nicht zu
Problemen beim Fahren führt, beseitigt ein Lenkungsdämpfer unter dem
Ladekasten alle unerwünschten Schwingungen für genügende
Geradeauslaufqualitäten. Die Drehschemellenkung bietet enorme
Wendigkeit. Der Schwenkbereich wird fast nur durch die Armlänge des
Nutzers beschränkt, der die Ladefläche entsprechend drehen muß. Darum
reicht der Lenker über die gesamte Breite der Ladefläche. Ein wenig
akrobatische Fähigkeiten muß man für enge Kehren aber schon
vorweisen. Für verschiedene Einsatzzwecke stehen vier Kastenformen zur
Verfügung. Diese weisen zwei unterschiedlich große Grundflächen auf,
88 mal 62 und 95 mal 72 Zentimeter. Das Model P ist dabei ein
abschließbarer Kasten von 60 Zentimeter Höhe, beim Model H läßt sich
über dem 14 Zentimeter höheren Kasten (gegenüber dem Grundmodell L)
eine Plane spannen. Das Model S schließlich erlaubt dank seiner
größeren Grundfläche und der Auffahrrampe den Transport eines
Rollstuhls samt Insassen. Mit knapp zwei Metern Gesamtlänge ist das
Christiania relativ kompakt. Ähnliche Fahrzeuge, obwohl in
unterschiedlicher Qualität und mit differierenden Fahreigenschaften
bieten auch andere Hersteller an. Dabei sind die grundsätzlichen
Konstruktionsprinzipien, zum Beispiel bei der Drehschemellenkung
ähnlich, man könnte fast meinen, daß es lizensierte Nachbauten
etablierter Modelle sind.
rans 2000 --- Trans 2000
kommt aus der traditionsreichen finnischen Firma HELKAMA, die bereits
seit 1905 besteht. Im Gegensatz zum Christiania weist das Trans 2000
nicht einen so ausgeprägten Lenker auf, notfalls kann das unterhalb des
Lenkers querlaufende Verstärkungsrohr der Ladefläche auch zum
Schwenken gebraucht werden. Standardequipment ist ein großer
Kunststoffkasten mit Deckel als Ladebox.
ultifunktionsfahrzeuge
--- Triset --- Multifunktionsfahrzeuge bedienen durch abkoppelbare
Fahrzeugteile sehr verschiedene Zwecke, ohne sich gleich mehrere
Fahrzeuge zulegen zu müssen. Dazu wird der zweirädrige Lastenträger
abgekoppelt, um zum Beispiel einen Rollstuhl anzusetzen oder gar ein
herkömmliches Fahrradvorderteil wie beim Triset von Schramm
Spezialfahrräder. Der abgekoppelte Lastenträger hat ein zusätzliches
Stützrad und kann leicht als Einkaufs- und Transportwagen in
Fußgängerbereichen oder für die weitere Zustellung der geladenen
Gegenstände in ein Gebäude genutzt werden. Mit dem Zweiradvorderteil
läßt sich das Lastendreirad schnell zum Stadtrad umwandeln. Dank des
stabilen hinteren Gepäckträgers (zugelassen für 50 kg Zuladung)
lassen sich damit die meisten Einkäufe und sogar Getränkekisten
bewältigen. Schließlich gibt es noch als spezielles Anbauteil, mit dem
fast jeder herkömmliche Rollstuhl an das Heckteil für einen
Rikschabetrieb ankoppeln läßt, eine preiswertere Alternative zum
Rollfiets.
chsschenkellenkung ---
Gegenüber der Drehschemellenkung bietet die Achsschenkellenkung den
großen Vorteil, daß die Ladefläche nicht geschwenkt werden muß.
Gerade wenn ein schweres Gepäckstück wie zum Beispiel ein Kühlschrank
oder eine Waschmaschine transportiert wird, erweist sich das nicht
zuletzt auch als Sicherheitsvorteil. War die Achsschenkellenkung bislang
mit dem Makel der geringeren Wendigkeit behaftet, so zeigt das Packtri
das Gegenteil. Wenn die Lenkgeometrie günstig gewählt wird, erreicht
man ähnliche Wenderadien wie bei einem Drehschemeldreirad, solange
nicht akrobatische Übungen, den minimalen Wendekreis erzwingen wollen.
Zu erreichen sind kleine Wenderadien bei einer Achsschenkellenkung nur
durch kleine Laufräder. Beim Packtri werden
16-Zoll-Metallscheibenräder verwendet. In Verbindung mit ausreichend
Spielraum unter der Ladefläche lassen sie sich weit einschlagen und
schaffen damit den guten Wendekreis des Packtri, der für fast alle
Einsatzbereiche in Stadt und Land genügen. Für die Radaufhängung
wurde die Konstruktion des Junitri (siehe Kinderdreiräder) übernommen.
Das besondere Merkmal der Konstruktion ist die Verwendung von
ausreichend dimensionierten Gelenkköpfen. Der Achsschenkelbolzen ist
dabei oben und unten in diesen Gelenkköpfen spielfrei gelagert. Die
Lenkgeometrie kann damit auf den Millimeter genau eingestellt werden.
Eventuelle Ungenauigkeiten der Querachse, in die die Gelenkköpfe
eingeschraubt werden, lassen sich so spielend ausgleichen. Das Packtri
ist unter den Frontladedreirädern das universalste und wird von den
Fans anderen Lastenrädern vorgezogen. Aufgrund der nicht
mitschwenkenden Ladefläche ist es möglich, mit dem Aufleger am
Heckteil des Fahrzeuges bis zu drei Meter lange Bretter oder Rohre zu
transportieren. Mit welchem anderen Lastendreirad geht das?
Ausstattungen der Ladeflächen von Lastendrei- und vierrädern Die
einfachste Ausstattung eines Lastenfahrzeuges ist die Pritsche. Ohne das
schwere Ladegut irgendwo reinhieven zu müssen, schiebt man es einfach
auf die ebene Ladefäche. Fest gezurrt mit Spanngurten können so Güter
bis zu 150 kg oder mehr transportiert werden, je nach Stabilität der
Ladefläche und des Rahmens und der Kondition des Fahrers. Kästen aus
Holz waren früher und sind auch heute oft auf Lastendreirädern im
Einsatz. Dafür wird wetterfest versiegeltes Karosseriesperrholz
benutzt. Als Sonderausstattung gibt es dafür zum Beispiel Sitzbänke
für Kinder, mit und ohne Verdeck. Moderne Alternativen, die vor allem
aus Preisgründen eingesetzt werden, sind Kunststoffboxen, vor der
Kunststoffära waren es z.B. geflochtene Weidenkörbe. Die Vielfalt
erhältlicher Größen, Farben und Formen, mit und ohne Deckel,
stapelbar oder als Schublade scheinen gerade für Lastendreiräder ideal
zu sein. Neben der Aufgabe, Güter zu transportieren, bieten sich die
oft großen ebenen Wände der Ladeboxen optimal als Werbefläche an.
Technisch aufwendiger sind die Boxen aus mit Glasfasern verstärktem
Kunststoff, die an die speziellen Bedürfnisse der Fahrzeuggeometrie
angepaßt werden können. Sie haben meistens abschließbare Deckel und
ein ansprechendes Oberflächenfinish. Aluminiumkisten gibt es ebenso wie
Kunststoffboxen in verschiedensten Größen, die unmittelbar auf die
Ladeflächengrundkonstruktion gestellt und zum Beispiel mit
Schnappverschlüssen fixiert werden können. Es gibt Lösungen mit für
die Aufgabe speziell angepaßten Transportvorrichtungen. Kippbare Boxen
erleichtern zum Beispiel das Einsammeln und Abliefern von Grünabfällen
zur Kompostierung. In den Niederlanden setzen einige Betriebe der
Hamburgerkette Quick ein Lastendreirad mit großer Kunststoffbox zur
Abfallbeseitigung ein. An jeder Seite der großen Box sind zwei
Öffnungen, in die das Reinigungspersonal mit einer verlängerten
Greifzange vom Sattel aus die am Boden liegenden Abfälle in die
Öffnung manövrieren können. Für den Verkauf von Eis, Getränken oder
von Würstchen gibt es spezifisch ausgerüstete Boxen. Das Infocycle ist
eine besondere Lösung für Infostände von Umweltgruppen oder Parteien.
In der Holzkiste ist im Deckel ein Klapptisch integriert. Zwei
Klemmvorrichtungen für Sonnenschirme gehören ebenso dazu wie
Stahlklammern zur windsicheren Befestigung des Infomaterials auf dem
Klapptisch.

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