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itzhöhe
- - - Die Beurteilung der unterschiedlichen Sitzhöhen der Fahrzeuge von
20 bis 50 Zentimeter läßt sich nur seriös durchführen, wenn man das
Einsatzfeld mit in Betracht zieht. Vom großstädtischen Verkehrsgewühl
mit reichlich Autoabgasen bis hin zu ländlicher Struktur mit weitgehend
autofreien Nebenrouten, kann dieselbe Sitzhöhe in einen Fall schon
halsbrecherisch sein, bringt im anderen Fall aber erst das richtige
Feeling. Bei der Sitzhöhendiskussion muß außerdem noch bedacht
werden, daß der eigentlich wichtige Faktor die Augenhöhe ist, die
nicht nur von der Höhe des Sitzes über dem Boden abhängt sondern auch
von der Lehnenneigung und der Körpergröße des Nutzers.
wei Vorderräder,
Hinterradantrieb, Lenkung vorn Liegedreiräder
mit zwei Vorderrädern, einer Achsschenkellenkung und einem
angetriebenen Hinterrad bilden die größte Gruppe serienmäßig
erhältlicher Fahrzeuge. Anthro Tech, Windcheetah, Trice, CCCycles und
Thorax sind Fahrzeuge einer keineswegs vollständigen Aufzählung
erhältlicher Modelle. Zum Beispiel die Angebote auf dem amerikanischen
Markt sind hier nicht angeführt und auch nicht das australische
Greenspeed, denn ein Überblick würde sonst den Rahmen sprengen und
meistens sind diese Modelle nicht so einfach in Europa zu bekommen.
Schließlich sind die vorgestellten europäischen Modelle so reif in
ihrer Entwicklung, daß kaum auf ausgefeilteres eingegangen werden
muß.
nterteilen lassen sich
die Einsatzbereiche der genannten Liegedreiräder nur bedingt, die
Übergänge von Modell zu Modell sind fließend. Geht man bei der
Bewertung der Alltagstauglichkeit von der Sitzhöhe als wesentliches
Kriterium aus, läßt sich an das eine Ende die Windcheetah setzten und
an das andere das Anthro Tech Trike. Daß die Windcheetah als
Sportgerät konzipiert ist und das Anthro Tech Trike als Alltagsfahrzeug
läßt sich auch an den Komponenten und dem erhältlichen Zubehör
ablesen.

nthro Tech - -
- Die Alltagspräferenzen des Anthro Tech kann man nicht nur an der
Sitzhöhe ablesen: die Sitzbespannung besteht aus luftdurchlässigem,
fliegengitterartigen Gewebe, das nachgespannt werden kann, das Hinterrad
ist gefedert, was für den Komfort auch auf schlechteren Strecken
ausreichend ist, da der Nutzer nahe am Hinterrad sitzt. Die Konstruktion
einer zusätzlichen Vorderradfederung würde darüber hinaus technisch
viel zu aufwendig werden, wenn eine korrekte Lenkgeomtrie beibehalten
werden soll. Damit stiege auch der Preis in Bereiche, die nur wenige
Kunden bereit sind zu zahlen. Über dem Hinterrad, direkt hinter der
Sitzlehne befindet sich ein breiter Gepäckträger auf dem selbst
Getränkekisten problemlos transportiert werden können. Auch die
Anbringung eines Kindersitzes ist einfach. Verzögert wird das Dreirad
über Trommelbremsen an den beiden Vorderrädern und über eine
Felgenbremse hinten. Gelenkt wird unter dem Sitz und dank des relativ
kurzen Radstandes und der optimierten Lenkgeometrie ist ein großer
Lenkeinschlag und damit ein enger Kurvenradius möglich. Seit Dezember
1993 ist Anthro Tech auf dem Markt und hat sich schon bei einem breiten
Spektrum von Kunden bewährt. An die Beinlänge des Nutzers läßt sich
das Anthro Tech anpassen, indem das Tretlager verstellt wird.
indcheetah Als
ausgesprochen schnittiges Fahrzeug stellt sich die Windcheetah dar, was
mit der niedrigen Sitzposition zusammenhängt aber auch mit dem
einfachen Einrohrrahmen, dem Schalensitz und der Einarmsteuerung, die an
einen Steuerknüppel eines Sportflugzeuges erinnert. So spricht auch der
englische Spitzname Speedy für sich, mit dem in der Liegeradszene
dieses Fahrzeug bezeichnet wird. Der im Laufe der Zeit durch viele
andere Fahrradprojekte bekannt gewordene Mike Burrows ist der Entwickler
dieses Liegedreirades. Ursprünglich wurde dieses Dreirad als
Trainingsmaschine für HPV-Geschwindigkeitsrekorde gebaut. Aber es
erwies sich auch als praktisch auf Alltagsfahrten, vor allem wenn eine
Verkleidung angebaut wurde, um besser sichtbar zu sein, Wetterschutz zu
bieten (siehe Kapitel Velomobile) und schneller zu radeln, durch
aerodynamische Vorteile. So konnte eine erste Serie gebaut werden,
nachdem einige interessierte Kunden nach der Windcheetah fragten, als
dieses Dreirad öfter auf den Straßen im Trainigseinsatz zu sehen war.
Lange Zeit konnte das Speedy als Bausatz erworben werden und mußte in
mühsamer Hand- und Dreharbeit zum Laufen gebracht werden. Mittlerweile
wird es aber in Serie produziert und kann auch in Deutschland gekauft
werden. Übrigens wurde das schnittige Design des Speedy sogar schon im
Museum of Modern Art in New York präsentiert. Das hintere Laufrad ist
26 Zoll im Durchmesser und ist einseitig aufgenommen. Auf der einen
Seite des Rahmens ist das Laufrad, während die Verlängerung der
Stummelnabe durch die Kugellagerung im Rahmenrohr führt und auf der
anderen Seite den Zahnkranz trägt. Am hinteren Lagergehäuse aus
Aluguß ist schließlich ein Ausleger für das Schaltwerk angeschraubt,
ebenfalls aus Aluminium. Die beiden Vorderräder sind Moultonlaufräder
mit 17 Zoll Durchmesser. Sicher sind es die am leichtesten laufenden
Reifen dieser Größe und wer das Geld für eine Windcheetah auf den
Tisch legen kann, wird sich auch nicht an den hohen Kosten von
Ersatzreifen dieser Größe stören, die je nach Fahrweise früher oder
später fällig werden, schließlich macht es gerade mit dem Speedy
besonderen Spaß (dank des niedrigen Schwerpunktes), durch die Kurven zu
driften. Ein Umkippen ist nahezu unmöglich. Gebremst wird durch zwei
Trommelbremsen an den Vorderrädern. Auch alle anderen Rahmenbauteile
bestehen aus Aluminium, so die Hauptrohre, der große Kreuzverbinder,
welcher Haupt- und Querrohr umschließt, das Tretlagergehäuse und der
Steuerknüppel. Die Anpassung an den Kunden geschieht durch die Auswahl
einer von drei Rahmengrößen sowie durch Verstellung des Sitzes.
rice - - - Das Trice
könnte man als Mischung aus Windcheetah und Anthro Tech bezeichnen.
Eine etwas höhere Sitzfläche als beim Speedy, der Sitz jedoch auch mit
Fliegengittergewebe, der Rahmen aus Stahl, mit verstellbaren
Tretlagerrohr (Alu) und einem Hinterbau, ähnlich dem normalen Fahrrad.
Für das Gepäck gibt es einen handelsüblichen Gepäckträger über dem
28 Zoll großen Hinterrad. Die beiden Vorderräder sind 20 Zoll groß
und erlauben damit auch preisgünstigere Reifen. Da der Hinterbau nur
über den Sitz abgestützt ist, kann die Rahmenstabilität bei schweren
Fahrern auch kritische Werte erreichen, zumal das Sitzgestell aus
Aluminium ist. Gelenkt wird das Trice durch einen Lenker unter dem Sitz.
Die Lenkgeometrie bietet aber nicht die Wendigkeit wie das Anthro Tech.
Auch das Trice hat Trommelbremsen vorn und eine Felgenbremse am
Hinterrad. Das Trice ist die preiswerte Alternative für den Einstieg in
den Liegedreiradsektor. Interessant am Trice ist noch die Möglichkeit,
unterschiedlich breite Versionen zu bekommen. Die Sportvariante hat eine
schmalere Spur, die auch noch durch schmalere Haustüren manövriert
werden kann, während die Standardversion hier Schwierigkeiten bereiten
kann.
ubicon - - -
Das Rubicon stammt ebenfalls aus Groß Britannien. Für das Rubicon
stand das Windcheetah von Mike Burrows Pate. Allerdings veränderte Ray
Watering einiges an der Lenkgeometrie und am Rahmenbau. So verwendet er
Nirostastahl für seine Konstruktion, ein Werkstoff, zu dem Ray schon
immer eine gute Beziehung hatte. Von der Sitzhaltung ist das Rubicon wie
die Windcheetah als sportlich einzustufen. Auch hier wird ein
Steuerknüppel zum Lenken verwendet, er hat jedoch einen breiteren
Griff, um bequem beide Hände auflegen zu können. Einseitig sind nicht
nur die Vorderräder aufgenommen (wie bei allen Liegedreirädern) sonder
auch das Hinterrad (ähnlich Windcheetah). Verzögert wird das Dreirad
durch hydraulische Scheibenbremsen, die sich vorzüglich dosieren lassen
und absolut gleichmäßig ziehen.
orderradantrieb,
Lenkung vorn
Berkut - - - Ganz aus dem Rahmen fällt das russische Liegedreirad
Berkut. Die beiden Vorderräder werden nicht nur einzeln gelenkt sondern
auch angetrieben. Dieses bislang bei Dreiradkonstruktionen
ungewöhnliche Detail dürfte dem Drang der Ingenieure für
ungewöhnliche technische Lösungen zuzuschreiben sein. Im Jahr 1992
wurde Berkut von drei Flugzeugingenieuren gegründet und ist eine
Abteilung der russischen Firma Outlook LTD. Die guten Beziehungen zum
Flugzeughersteller Ilyushin spiegeln sich in den verwendeten Materialien
und der Technik wieder: Aluminium- und Titanwerkstoffe, Vorderradantrieb
mit hydraulisch betätigten Trommelbremsen. Inzwischen gibt es zwei
Firmen, die Berkut-Dreiräder bauen, denn der Hauptkonstrukteur verließ
wegen differierender Ansichten zu einer Reihe technischer Lösungen die
Firma und macht kurzerhand eine eigene auf, A.S.Engineering, in der er
jetzt den Nachfolger, das Berkut S 325 baut. Die ursprüngliche
Produktreihe von Berkut begann mit dem B 303. Die heute erhältlichen
Modelle von B 305 über B 307, B 309 bis B 311 unterscheiden sich in
Ausstattung und Fahrzeuggeometrie. bei den letzten beiden Modellen sind
die Vorderräder gefedert, während die anderen nur eine gefederte
Hinterradschwinge aufweisen. Das B 307 wurde auf der Erfinderschau in
Basel im Jahr 1995 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Das neueste
Berkut B 101 ist hinten angetrieben und es wird auf die aufwendige
Antriebstechnik verzichtet.
wei Hinterräder
Hinterradantrieb, Lenkung vorn
Traditionelle Dreiradgeometrien weisen der Lepus, das Trio und Sinner
Comfort auf. Traditionell ist daran aber nur die Bauweise von zwei
angetriebenen Hinterrädern und einem gelenkten Vorderrad. Die anderen
Konstruktionsdetails und Ausstattungselemente sind moderner und nicht
mit herkömmlichen Dreirädern vergleichbar.
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epus
- - - Die Firma Hase aus Bochum verschafft mit ihren Spezialrädern vor
allem behinderten Menschen oder denen, die sich auf dem herkömmlichen
Zweirad unsicher fühlen ungeahnte Mobilität. Das neue Liegedreirad
Lepus (lat. = Hase) ist eine Weiterentwicklung des ehemaligen Easy
Gliders. Ein markantes Feature des Lepus ist die Zusammenlegbarkeit, die
es erlaubt, das Fahrzeug im Kleinwagen mit zurückgeklappter Sitzbank zu
transportieren, Packmaß 120 mal 85 mal 66 cm. Dafür ist kein Werkzeug
notwendig und das Falten läßt sich mit wenigen Handgriffen erledigen.
Für die Bequemlichkeit des Nutzers wurde auf eine Luft- und
Wasserdurchlässige Sitzbespannung wert gelegt, wie sie im
Liegeradbereich oft genutzt wird. Hinter dem Fahrer befindet sich eine
Ladefläche, auf der auch sperrigere Dinge ihren Platz finden. Um auf
eine aufwendige Bremskonstruktion verzichten zu können, wurden
handelsübliche Hydraulikbremsen verwendet. An den beiden Hinterrädern
ist nur jeweils ein Bremszylinder erforderlich, da diesem auf der
anderen Felgenseite ein fest montierter Bremsbelag gegenüber steht.
Dies entschärft auch die exponierte Lage dieses Bremsbelages auf den
Außenseiten des Dreirades. Bei Kontakten mit Häuserwänden oder
Pollern, wenn man zu eng manövriert, kommt so die Hydraulikleitung der
Bremse nicht in Gefahr, denn die liegt innen. Der Lepus ist ein
komfortables Alltagsfahrzeug, ein Federweg von 15cm an der
Hinterschwinge bügelt nahezu jede Bodenunebenheit aus. Die
Größenanpassung erfolgt über die Verstellung des Rahmenvorderteils
samt Vorderrad. Schließlich läßt sich auch die Sitzneigung und der
Lenker an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Weitere
Ausstattungselemente speziell für den Lepus erlauben die Anpassung an
ein körperliches Handikap des Nutzers, seien es besondere Pedalformen,
Kurbelverkürzer, Seitliche Abstützungen, Sitzverlängerungen, Gurte,
Halterungen für Gehhilfen oder gar ein kleineres Vorderrad mit 16 statt
der üblichen 20 Zoll, um das Vorderrad weiter abzusenken. Auch ein
geknickter Rahmen für einen noch niedrigeren Durchstieg statt des
geraden Rahmenrohres ist möglich. Der Antrieb läuft über eine
Zwischenwelle, auf der eine Kettenschaltung für drei Ritzel sitzt, zum
rechten 26 Zoll-Hinterrad mit 7-fach-Zahnkranz.
ettwiesel
- - - Eine weiteres neues Konzept aus dem Haus Hase ist das Kettwiesel.
Der Name deutet es schon an, dieses Dreirad ist ungewöhlich wendig, es
ist ein richtiges Spaßfahrzeug, das zum flinken Fahren und
Hakenschlagen geradezu einlädt. Die Sitzposition ist deutlich niedriger
als beim Lepus. Man sitzt außerdem zwischen den beiden Hinterrädern,
die einen deutlichen Sturz aufweisen und ein umkippen in den Kurven fast
unmöglich machen. Durch den weit hinten liegenden Schwerpunkt hat das
Vorderrad sehr wenig belastung und erlaubt es damit, ganz enge Kehren zu
fahren und die besagten Haken zu schlagen. Wie bei allen Hase-Rädern
besteht der Sitz aus wasser- und luftdurchlässigem Gewebe, verzögert
wird mit Hydraulikbremsen und die Entfaltung reicht von 2,40 m bis 7,30
m. Dank dem Verzicht auf eine Federung erreicht dieses Dreirad nur 16
Kilo Gewicht. Trio Wie bei den anderen beiden Fahrzeugen ist auch beim
Trio die Hinterschwinge gefedert. Die Sitzhaltung und das Material der
Bespannung ist wie beim Lepus gestaltet und nur in Details anders. Eine
Gepäckfläche befindet sich ebenfalls hinter dem Fahrer mit
entsprechender Kapazität. Die Laufradgrößen sind 26 Zoll hinten und
20 Zoll vorn. Rahmenbau, Sitz und Lenkung sind fast identisch mit
Langliegerädern. Im Prinzip ist das Trio die dreirädrige Version, das
jetzt vertrieben wird von Hoening Spezialfahrzeuge aus Leonberg. Auch
beim Trio wird das rechte Hinterrad angetrieben, allerdings ohne
Zwischenwelle. Einen Faltmechnismus weist es nicht auf. Gebremst wird
mit hydraulischen Scheibenbremsen hinten und einer Hydraulikfelgenbremse
am Vorderrad.
inner Comfort - - -
Während der Lepus und das Trio mit einem grund soliden Stahlrohrrahmen
aufwarten, wird das Sinner Comfort aus Aluminiumvierkantrohr gebaut. Das
bringt das Gesamtgewicht trotz Straßenausstattung unter 20 kg während
die anderen beiden Modelle zwischen 22 und 25 kg liegen. Das Sinner
Comfort mit einem 16 Zoll-Vorder- und 20 Zoll-Hinterrädern ist ein
hollänidisches Produkt. Erkennbar in der ursprünglichen Version an
lediglich zwei hinteren Felgenbremsen auf einem Hebel, muß für die
deutsche Variante eine vordere Bremse nachgerüstet werden (zwei
unabhängig voneinander funktionsfähige bremsen nach StVZO). Dies
erledigt jedoch der Importeur, der Endverbraucher muß sich darüber
keine Gedanken machen und kann sein handwerkliches Geschick sparen. Die
Anpassung an die Körpergröße des Nutzer geschieht wie beim Lepus
durch Verstellen des Rahmenvorderteiles samt Vorderrad. Etwas
gewöhnungsbedürftig ist für manchen vielleicht der Vierkantrahmen.
Dabei wird das Rohr rautenförmig verarbeitet, was dem Dreirad etwas den
klobigen Ausdruck nimmt, der unweigerlich mit der Verwendung solcher
Rohrprofile aukommen kann. Auch das Sinner Comfort ist hinten gefedert,
dabei gehört auch das Gepäck zur gefederten Masse. Angetrieben werden
beide Hinterräder, wobei ein spezieller Mechanismus, der in der Wirkung
einem Differential entspricht, gewährleistet, daß die Hinterräder je
nach Kurvenradius ihre entsprechende Geschwindigkeit laufen können.
orderradantrieb,
Lenkung hinten
Beispiele für heckgelenkte Liegedreiräder sind das Jouta VX aus den
Niederlanden, das Schumacher-Dreirad aus Unzenberg. Das Culty aus
Pforzheim und das Gobi aus Plochingen wurden auf der Fahrradmesse
EUROBIKE 1996 erstmals vorgestellt. Die wesentlichen Unterschiede der
Fahrzeuggeometrien, die diese Dreiräder repräsentieren, bestehen
einmal in der Art der Lenkung und in der Plazierung des einzelnen
angetriebenen Vorderrades.
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outa
- - - Beim Jouta befindet sich das Tretlager vor dem Vorderrad. Der Sitz
stößt mit seiner vorderen Kante direkt an das Schutzblech des
Antriebsrades, die Beine pedalieren also drumherum. Damit erzielt man
einen akzeptablen Radstand und in Verbindung mit den 20-Zoll-Laufrädern
eine kleine Gesamtlänge. Gelenkt wird mit dem Drehschemelprinzip (siehe
Kapitel Physik). Auf jeder Seite ist unter dem Sitz ein Hebel
angebracht, der nach vorn oder hinten gezogen werden kann und über die
jeweilige Schubstange die Hinterradachse schwenkt.
chumacher-Dreirad - - -
Das Schumacher-Dreirad wird dagegen mit dem Achsschenkelprinzip gelenkt.
Hier dreht man wie üblich einen Lenker, der unter dem Einrohrrahmen
eine Schubstange auf jeder Seite vom Lenkhebel zum Achsschenkelhebel
betätigt. Das Vorderrad ist vor dem Tretlager plaziert, dafür mußte
das Schaltwerk nach oben montiert werden, also von der üblichen
Position bei einem Fahrrad wurde der Antrieb um 180 Grad nach hinten
gedreht. Ein weiteres Special sind die selbstkonstruierten hydraulischen
Scheibenbremsen an den Hinterrädern. Der Sitz hat eine relativ
aufrechte Lehnenneigung. Das Fahrzeug ist speziell auf die Bedürfnisse
behinderter Menschen zugeschnitten. Durch den großen Freiraum auf jeder
Seite und den niedrigen Durchstieg kann man mit einem Rollstuhl sehr nah
an das Fahrzeug heranfahren und leicht umzusteigen.
ulty Das Cutly ist ein
neues Konzept, das die Konstrukteuere sehr engagiert vertreten und das
für Aufmerksamkeit sorgt. In einem Wettbewerb der Zeitschrift fairkehr
des VCD war zum Beispiel ein solches Dreirad als Preis ausgesetzt. Durch
die Ausstattungsmerkmale ist dieses Fahrzeug auf den Alltag
ausgerichtet. Es ist ein kompaktes komplett gefedertes Dreirad, das
durch seine Hecklenkung in Verbindung mit der Neigungsmöglichkeit beim
Kurvenfahren äußerst wendig ist. Dafür sorgt die Achsschenkellenkung
der Hinterräder und die Neigemechanik. Durch das federbelastete Gelenk
unter dem Sitz wird eine Kurvenlage wie beim Zweirad ermöglicht. Durch
diese spezielle Ausstattung ist ein Erlernen der Fahreigenschaften unter
den verschiedenen Einsatzmöglichkeiten notwendig. Jedoch schafft man
dies schneller als bei gängigen Knicklenkerfahrzeugen (z.B. FlevoBike).
Erst dann sollte man sich in den Straßenverkehr trauen, kann aber auch
die dreiradtypischen Nachteile vergessen. Durch diese Kurvenneigetechnik
ist es auch möglich, nur eine Spurbreite um die 65cm zu bauen, ohne
Kurvenstürze. Das Culty ist für den Transport von Kindern und viel
Gepäck in der Stadt ausgelegt. Auch für das Touren soll es dank der
Ausstattung gut geeignet sein. Unter dem Sitz befindet sich eine
Gepäcktragevorrichtung für die Aufnahme von Euro-Faltboxen, in denen
man, wie jeder weiß, einiges unterbringen kann. Hinter dem Sitz kann
man bis zu zwei Kindersitze anbringen.
orderradantrieb,
Lenkung mittig
Ein spezieller Fahrzeugtyp sind die sogenannten Knicklenker, zu denen
das Flevo Trike und das Airbike Pickup gehören. Bei diesen
Pedalfahrzeugen wird das Vorderrad gelenkt, allerdings nicht wie es vom
herkömmlichen Fahrrad bekannt ist. Das besondere Prinzip ist die
Verlagerung der Lenkachse unter dem Sitz. Der Schwerpunkt von Fahrer und
Fahrzeug liegt nur kurz hinter der Lenkung. Gesteuert wird ein
Knicklenker indem man mit den Beinen das Vorderteil beim Pedalieren in
die gewünschte Kurve drückt. Der Lenker wird dafür fast überhaupt
nicht benötigt, er trägt die Bedienelemente wie Brems- und Schalthebel
und die Klingel, vielleicht noch den Rückspiegel. Der Lenker tritt dann
in Einsatz, wenn in kritischen Situationen eine schnelle Reaktion
unterstützt werden soll. Der Haken an der Knicklenkung besteht in der
längeren Eingewöhnungsphase in dieses Fahrverhalten. Bis auf wenige
Ausnahmen von Nutzern, die sich das erste Mal auf ein
Knicklenkerliegerad setzen (meinstens Akrobaten oder Einraderfahrene),
muß man das Fahren dieser Fahrzeuge erst einmal üben. Nicht ganz so
schwierig sind die dreirädrigen Varianten zu beherrschen, gibt doch das
dritte Rad einen gewissen Halt. Gewiss deshalb, weil ein weiteres
Drehgelenkt ein in die Kurve neigen erlaubt. Die dreirädrigen
Knicklenker sind also Kurvenleger und das bedeutet im Falle der beiden
genannten Fahrzeuge nicht die Standsicherheit herkömmlicher Dreiräder.
Man muß zum Beispiel auch beim Parkieren eines Knicklenkerdreirades
aufpassen, denn im ungünstigen Fall schlägt das Vorderteil nach einer
Seite um und kann das gesamte Fahrzeug umstürzen lassen. Die sicherste
Methode beim Flevo Trike (auch die platzsparendste) ist es, dieses mit
dem Vorderrad in der Luft, abgestützt auf Sitzkante und Hinterräder
abzustellen. Knicklenkerdreiräder haben eine kurze Kette, dank des
Vorderradantriebes, leicht läßt sich eine Federung realisieren
(Gummidämpfer des Vorderrades und des Hinterrades beim Flevo Trike) und
der Kettenfreie Raum um die beiden Hinterräder bietet sich für großen
Gepäckraum in Form von Kisten, Kunststoffboxen oder ähnlichem geradezu
an. Eine weitere Besonderheit des Flevo Trike ist seine Modularität.
Das bedeutet, daß man innerhalb weniger Sekunden aus dem Drei- ein
Zweirad machen kann und umgekehrt, wenn das jeweilige Heckteil zur
Verfügung steht. Dazu wird eine Klemmschraube gelöst und ein
Sicherungssplint von der Lenkachse gezogen. Dann fällt das Vorderteil
fast schon alleine vom Heckteil, wenn man das Fahrzeug neigt.
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